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Zehn Bauplätze für Gutach

„Die Nachfrage ist groß, wahrscheinlich könnten wir jeden Bauplatz mehrmals verkaufen“, kommentierte Bürgermeister Siegfried Eckert in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 20.01.2021 den Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Lindenmatte“. Er schob angesichts der gut gefüllten Zuschauerplätze aber gleich nach: „Wir werden die Plätze nicht aus der Hüfte vergeben, da werden dann Vergabekriterien aufgestellt.“

Bereits im Dezember 2019 hatte der Gutacher Gemeinderat die Aufstellung des Baugebiets „Lindenmatte“ beschlossen, weil damals noch die Möglichkeit bestand, Bebauungspläne mit einer Grundfläche von weniger als 10.000 Quadratmeter angrenzend an bebaute Ortsteile im beschleunigten Verfahren aufstellen zu können. Dafür muss der Satzungsbeschluss aber noch in diesem Jahr erfolgen. Unter mehreren möglichen Varianten habe man sich nach Rücksprache mit Wolfgang Scheidtweiler (Investor der „Linde“) für eine ausgesprochen, die der Planer Ralf Burkart dem Gemeinderat vorstellte: Zehn Bauplätze mit Zufahrt von Norden, im Süden eine kleine Wendefläche mit Rasenpflaster. Mit dieser Variante habe man später die Möglichkeit, das Baugebiet in Richtung Süden beziehungsweise zum Ramsbachweg hin zu erweitern.

Auf einer sechs Meter breiten Straße komme man von Norden ins Gebiet. Im Süden sei eine Wendeplatte mit Rasengittersteinen vorgesehen. Die Grundstücke hätten knapp 500 Quadratmeter, „damit kann man leben“. Es sei vorgesehen, eine zweigeschossige Bauweise auch mit Doppelhäusern zuzulassen. Mit den Festsetzungen habe man sich an dem benachbarten Wohngebiet Ramsbach orientiert. Die Firstrichtung sei den Bauherren überlassen. Mit diesem Entwurf habe man auch noch etwas Abstand zu den Leitungstrassen. Burkart schlug eine Vorgabe von mindestens 1,5 Stellplätzen je Wohnung vor – bei nur einer Wohnung auf zwei aufgerundet. „Das ist nicht zu viel, sonst stehen die Autos auf der Straße.“

In der Diskussion plädierten mehrere Gemeinderäte für zwei Stellplätze pro Wohnung. Karla Wöhrle und Werner Heidig (CDU) sahen ein großes Verkehrsproblem, wenn man von der ursprünglich ins Auge gefassten Ringstraße abrückt. Ihr Fraktionskollege Mike Lauble sähe „lieber mehr Stellplätze als Bäume auf der Straße“. Es sei auch zu prüfen, wie die Straßenanbindung in den Ramsbach funktioniert. Anfänglich habe man über eine Ringstraße gesprochen. In Gesprächen mit Wolfgang Scheidtweiler habe sich aber ergeben, dass die „Linde“ auch in den Bereich Lindenpark und in Richtung Norden erweitern will. Da wäre eine Ringstraße eher hinderlich, erläuterte Bürgermeister Eckert: „Wir werden uns aber heute Abend nicht verbiegen und lieber noch einmal darüber sprechen.“

Es gehe jetzt vor allem darum, dass man „den Biologen mal rausschicken kann“, um die Naturschutzuntersuchungen zu machen, mahnte der Planer. Dafür sei es höchste Zeit, „wenn das in diesem Jahr noch etwas werden soll“. Für eine Mähwiese und Biotope müsse man einen Ausgleich vorsehen, und auch ein Stück „Hochwasser extrem“ rage in die Fläche. Einen Gehweg halte er nicht für erforderlich, das koste zu viel Fläche, beantwortete er eine Frage von Katrin Ecker. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Abgrenzung des Bebauungsplans.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt

Hier auf dem Feld hinter dem Gutacher Gasthaus „Linde“ soll das Baugebiet „Lindenmatte“ entstehen mit zehn Wohnhäusern, die bis zu zwei Vollgeschossen hoch sein dürfen.