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Zehn neue Bauplätze

Der Gemeinderat Gutach stimmt für den Entwurf zur Aufstellung des Bebauungsplans "Lindenmatte", diskutiert länger über einen zunächst nicht vorgesehenen Gehweg und findet Kompromiss.

Bauwillige dürfen sich freuen: Auf Beschluss des Gemeinderats wird in Gutach ein neues Wohngebiet mit zehn Bauplätzen realisiert. Mit diesem soll vor allem dem anstehenden Bedarf Bauwilliger für die kommenden Jahre Rechnung getragen werden. Planer Ralf Burkart vom Planungsbüro Fischer aus Freiburg stellte in der Sitzung am Mittwoch, 21.07.2021 den Entwurf für die „Lindenmatte“ vor.

Durch das neu geplante Wohngebiet werde eine sinnvolle Ergänzung der Bebauung geschaffen sowie Flächen im Bereich der „Linde“ vor- und freigehalten für geplante Maßnahmen im Zusammenhang mit der Aktivierung des Gasthauses. Richtung Süden entsteht eine neue, sechs Meter breite Straße. Wie viele Bäume gefällt werden sollen, werde derzeit geprüft. Auch der Artenschutz laufe noch. Als Ausgleich für die betroffenen Biotope und Mähwiesen sei eine große Suche angelaufen. Mit Bereichen im Sulzbachtal sei man hier auf einem guten Weg, diesen Ausgleich leisten zu können. Lärm- und Hochwasseruntersuchungen gab es ebenso. Das Gebiet sei vorher größer geplant gewesen und wurde nun kleiner, informierte Burkart. So wolle man auch keine übermäßig großen Flächen ausweisen. Die Bauplätze sollen je rund 500 Quadratmeter umfassen. Bürgermeister Siegfried Eckert berichtete aus einem Ortstermin zur Erschließung, dass den dortigen Anliegern eine Ringstraße lieber sei als eine Sackgasse. Außerdem könne künftig nicht mehr bei der „Linde“ geparkt werden. „Alles muss neu angelegt werden“, sagte er. Gemeinderätin Karla Wöhrle (CDU) erkundigte sich nach der Nutzung von Versickerungswasser und Solar, was den künftigen Bauherren auf freiwilliger Basis vorgeschlagen werden soll. „Eine sinnvolle Sache“, befand der Planer. Eine Empfehlung könne nicht schädlich sein, ergänzte der Bürgermeister.

Auf Anregung von Gemeinderat Stefan Herr (Freie Wähler) wird aufgenommen, dass die landwirtschaftlichen Arbeiten, die seit Jahrzehnten in diesem Gebiet verrichtet werden, hinzunehmen sind. Nicht dass es irgendwann noch zu solchen Dingen wie in Hornberg komme, wo die Kirchenglocken nicht mehr läuten dürfen, bemerkte er. Eine längere Diskussion entwickelte sich schließlich zum vom Planer zunächst nicht vorgesehenen Gehweg. „Der Gehweg kostet weitere Fläche und ist bei dieser Menge an Bauplätzen nicht nötig“, begründete dieser. Das sah auch Stefan Herr so, der zu bedenken gab, dass man doch keine engen Straßen mehr wolle. Die Gemeinderäte Mike Lauble (CDU) und Kathrin Ecker (FDP) sahen das anders und plädierten vehement für einen Gehweg, gerade im Hinblick auf die mögliche Ansiedelung junger Familien mit Kindern. Gemeinderätin Susanne Heinzmann (FDP) bat ferner darum, die bestehende Straße zwischen Baugebiet und Ramsbachweg 20 „aufzuweiten und herzurichten“. Hier sei man bereits in Gesprächen mit den Grundstückseigentümern, berichtete Eckert.

„Weise Entscheidung“

Der Rat einigte sich schließlich auf einen 1,5 Meter breiten Gehweg für die neue Straße in Richtung der „Linde“ und darauf, im unmittelbaren Baugebiet eine Spielstraße einzurichten, in der dann sowieso nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. „Eine weise Entscheidung“, freute sich Bürgermeister Eckert über die einstimmigen Beschlüsse, auch zum nochmaligen Aufstellungsbeschluss und zur öffentlichen Auslegung für einen Monat sowie zur Beteiligung der Behörden.

Bauplatzvergabe:
Auf Nachfrage von Gemeinderätin Karla Wöhrle (CDU) antwortete Bürgermeister Siegfried Eckert, dass man das Vergabeverfahren für die zehn neuen Bauplätze in der „Lindenmatte“ im Herbst angehen sollte. Das Interesse sei groß, betonte er.

Petra Epting, Offenburger Tageblatt

Die roten Vierecke sind die zehn neuen Bauplätze des künftigen Wohngebiets, dessen Straße zur Spielstraße ausgewiesen werden soll. Die Strfaße ins Wohngebiet (gelb) soll einen 1,5 Meter breiten Gehweg bekommen.