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Zu viele Dauerparker im Dorf

Die Gemeinde Gutach wird in der Dorfmitte der steigenden Anzahl von Dauerparkern kaum mehr Herr. Das Thema landete deshalb auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, 18. Mai 2022.
„Dauerparker an der B33, auf dem Dorfparkplatz beim Gasthaus Krone, um den Lindengarten und im Langenbacherweg. Die Parksituation in der Ortsmitte wird immer unbefriedigender“, stellte Bürgermeister Siegfried Eckert fest: „Die Beschwerden im Rathaus mehren sich.“

Man sei sehr froh um die Einzelhändler im Dorf, gerade für sie müsse man nach einer Lösung suchen, „damit die Kunden schnell halten und einkaufen können. Dass sie die Parkplätze in der Ortsmitte über Stunden belegen, ist nicht Sinn der Sache“, so Eckert.
Die Gemeinde habe bereits die Firmen und Institutionen in der Ortsmitte angeschrieben und darum gebeten, dass ihre Mitarbeiter an der Sporthalle oder an der Schule parken, „mit sehr geringem Erfolg“.
„Es sei deutlich schlimmer geworden, seit das Welker-Haus fertig sei mit deutlich weniger Parkplätzen als Bewohner mit Autos“, sagte Susanne Heinzmann (FDP) – und für jede Lösung brauche man auch jemand, der diese kontrolliert.
Und den Wanderern des Tälersteigs müsse man bereits bei dessen Beschreibung und auf der Homepage mitteilen, wo sie am besten parken sollten.
Für Karl-Heinz Wöhrle (FDP) besteht das Problem auch darin, dass gerade im Langenbacherweg immer größere Fahrzeuge auf der schmalen Straße unterwegs seien.

Der Bürgermeister brachte zum einen ein Parkleitsystem ins Spiel und zum anderen eine begrenzte Parkdauer mit Parkscheibenpflicht in der Ortsmitte. Es gebe genügend Parkplätze im Außenbereich, die nur nicht genutzt würden, weil die Leute ein paar Minuten zu Fuß gehen müssten. Sein Hausacher Kollege Wolfgang Hermann könne sich vorstellen, dass er seinen Gemeindevollzugsbeamten ab und zu nach Gutach schickt.
Stefan Herr (FW) und Kathrin Ecker (FDP) warnten, dass auch für die „Linde“ viel zu wenig Parkplätze geplant seien. Tatsächlich sind für das künftige Hotel aktuell im Bebauungsplan 47 Parkplätze vorgesehen – bei 60 Zimmern und einem Restaurant, das zusätzlich Gäste anziehen soll.
Thomas Albrecht (FW) schlug für diesen Bereich doppelstöckige Parkplätze vor, die untere Ebene zu dreiviertel im Boden.
Mehrfach wurde angesprochen, dass die Gemeinde den Bau der Parkplätze bei der Linde in die Hand nehmen soll, um einen Teil an die „Linde“ zu verkaufen oder zu verpachten.
Bürgermeister Eckert will das Thema mit Wolfgang Scheidtweiler von der Privaten Hotel Collection besprechen. Auch Jürgen Wälde (FW) sah dort ein „Parkchaos“ kommen. Aber die Autos seien nun mal da und es gebe definitiv zu wenig Platz dafür. Die Gemeinde müsse bereit sein, Parkplätze zu schaffen. „Strafzettel verteilen bekämpft die Ursache nicht“, so Wälde.
„Wer von auswärts kommt und hier im Ort arbeitet oder wer den Tälersteig wandern will, muss die Möglichkeit haben, irgendwo zu parken“, warnte Gerhard Wöhrle (SPD), nicht zu viel zu begrenzen und monierte, dass seine Anregung, dass für den Neubau der „Linde“ eine Tiefgarage notwendig sei, nicht angenommen wurde.
Eine Entscheidung gab es am Mittwoch noch nicht – die Gemeinde wollte das Thema aber setzen, um zu zeigen, dass man das Problem erkannt habe und daran arbeite.

Claudia Ramsteiner, Offenburger Tageblatt