im Schwarzwald | Heimat des Bollenhutes

Pflegemix in lokalen Verantwortungsgemeinschaften

Handbuch als Onlineversion

Viel Lob für Gutacher „Pflegemix“

Mit großem Engagement begleiteten die Gutacher die „Aktion Pflegemix“ und erreichten in zwei Jahren einiges für die Menschen, die in Gutach alt werden wollen. Projektleiterin Cornelia Kricheldorff brachte nun das Handbuch vorbei, das auch anderen Kommunen den Gutacher Weg weisen kann.

„Cornelia Kricheldorff hat uns die letzten zwei Jahre sensationell beschäftigt“, begrüßte Bürgermeister Siegfried Eckert in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 25.02.2015 die Prorektorin der Katholischen Hochschule Freiburg, die das Pilotprojekt „Pflegemix“ leitete. Sie stelle dem Gemeinderat das „Handbuch Pflegemix“ vor, das nun auch anderen politisch Verantwortlichen und Gestaltern als Anleitung dienen kann.

Gutach war eine von vier Modellkommunen im Programm „Pflegemix in lokalen Verantwortungsgemeinschaften“, die für eine kleine Gemeinde im Ländlichen Raum steht. Das Interesse der Kommunen sei groß. Das Handbuch werde in einer kleinen Auflage gedruckt, „Sie als beteiligte Kommune bekommen natürlich eins“, sagte Kricheldorff. Es sei aber auch online verfügbar. Zur Übergabe am Mittwoch hatte sie ein gebundenes Exemplar mitgebracht.

In das Buch sind die Haushaltsbefragungen eingeflossen, die typisch für eine ländliche Kommune sind mit der zentralen Aussage, dass die Menschen hier in Gutach alt werden wollen und dafür die Unterstützung der Gemeinde erwarten. Kurz wird auch auf die theoretischen Leitkonzepte eingegangen, die dem Projekt zugrunde liegen.

In einem Kapitel wird ausführlich die Förderung des Engagements und der Bürgerbeteiligung am Beispiel der Modellkommunen erläutert. „Wir hatten mit Gutach eine sehr aktive Modellkommune“, lobte Kricheldorff: Bedarfsanalyse, Information- und Anlaufstelle, zugehende Besuchs- und Begleitdienste, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Bürgercafe und Aussicht auf Seniorenwohnanlage: „Das ist sehr viel, was Sie hier erreicht haben“.

Hier sei übrigens nicht nur die Mitarbeit und das Interesse der Einwohner überdurchschnittlich hoch gewesen, sondern auch die Begleitung durch die Presse. „Das Projekt ist unübersehbar wahrgenommen worden“, stellte Kricheldorff fest. Eine Gemeinde könne es sich gar nicht leisten, das Potenzial der älter werdenden Menschen zu verlieren. Sie wollte nun vom Gemeinderat wissen, ob es auch nachhaltig etwas verändert habe (siehe „Stimmen“). 

„Ich dachte, dass wir schon sehr viel haben. Es ist aber durch dieses Projekt noch viel Weiteres entstanden: Eine Anlaufstelle im Rathaus, das Bürgercafé, der Mehrgenerationenspielplatz.“ Man sei aber nach den zwei Jahren trotzdem froh, zu einem Ende zu kommen: „So etwas geht nicht so nebenher“. Man werde sicher den Kontakt nicht verlieren: „Sie haben uns mit Ihrer Freude an der Sache angesteckt“.

Stimmen: 
Magdalena Dickreiter (Freie Wähler): 
„Unsere Bürger sind sehr für das Thema sensibilisiert worden. Die Begeisterung der Projektleiter hat angesteckt.“

Rolf Schondelmaier (CDU): 
„Es hat Spaß gemacht, deshalb ist auch etwas dabei herausgekommen!“

Ernst Wöhrle (SPD): 
„Es wurde sehr viel Wissen vermittelt und sehr viel angestoßen.“

Hans-Jürgen Schneider (FDP): 
„Das Projekt war ein sehr guter Ansatz, auf den man aufbauen kann.“

Quelle: Offenburger Tageblatt/ Claudia Ramsteiner